CDU-Fraktion würdigt Ehrenamt von 75 Thüringern
Die CDU-Landtagsfraktion ehrte am Mittwoch, den 4. September 2019, zum 17. Mal Bürger aus allen Teilen des Freistaats für ihr ehrenamtliches Engagement und ihre Verdienste um das Gemeinwohl. 75 Thüringerinnen und Thüringer nahmen ihre Auszeichnung im Erfurter Kaisersaal entgegen. Auf Vorschlag der Landtagsabgeordneten Beate Meißner wurden aus dem südlichen Landkreis Sonneberg Prof. Dr. Georg Härtel sowie das Ehepaar Annegret und Günter Geyer ausgezeichnet.
„Ohne Ehrenamt funktioniert keine Gesellschaft, und Thüringen würde sozial und kulturell verarmen. Das Ehrenamt ist zweifelsfrei der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält“, so Beate Meißner, die als sozialpolitische Sprecherin an diesem Abend die Ehrungen gemeinsam mit CDU-Fraktionschef Mike Mohring vornahm. Unterstützung und Anerkennung des Engagements zum Wohle der Allgemeinheit sei auf vielerlei Weise denkbar. Neben der Förderung des Ehrenamts als Staatsziel in der Landesverfassung sollte es einen Ehrenamtstag in Thüringen geben, ehrenamtliche Arbeit auf Wartezeiten für das angestrebte Studium angerechnet werden und die Umsetzung der Thüringer Ehrenamtscard verstärkt werden. „Auf Bundesebene sollte die steuerfreie Ehrenamts- und Übungsleiterpauschale erhöht werden“, forderte Mohring im Rahmen der Ehrungsveranstaltung.
„Das Ehrenamt hat viele Gesichter und ist in meinem Wahlkreis dankenswerter Weise sehr gut vertreten. So ist eine Auswahl von nur zwei bzw. im diesjährigen Fall von drei engagierten Personen alles andere als leicht“, so die Abgeordnete. In diesem Jahr entschied sie sich für Prof. Dr. Georg Härtel und das Ehepaar Annegret und Günter Geyer.
Die Begründung: Die Jagd ist für Prof. Dr. Georg Härtel nicht nur ein Hobby, sondern eine Lebenseinstellung. Seine Lebensmaxime ist die Natur wertzuschätzen, mehr Bewusstsein für die Umwelt und Natur zu entwickeln und von ihr nur so viel zu entnehmen, wie man selber braucht. Dieses Wissen weiß er auch zu vermitteln. Er scheut keine Verantwortung und fühlt seit über 30 Jahren Jungjägern in Jägerprüfungsausschüssen beim „Grünen Abitur“ auf den Zahn. Herr Härtel ist seit 28 Jahren Mitglied der Kreisjägerschaft und seit 2010 auch deren erster Vorsitzender. Dem nicht genug ist Prof. Dr. Georg Härtel seit 2013 aktives Mitglied in der Jagdhornbläsergruppe der Kreisjägerschaft Sonneberg, Vorsitzender des Dachshundeclubs Nordbayern, Sektion Coburg, und Mitglied im Jagdgebrauchshundeverband. Sorgfältigkeit und Geradlinigkeit verbunden mit der Liebe zur Natur zeichnen ihn aus.
Ehrenamtler durch und durch sind die Eheleute Annegret und Günter Geyer. Beide können auf ein sehr erfolgreiches Wirken in der Sektion Sonneberg des Deutschen Alpenvereins zurückblicken. Günter Geyer steht dem DAV, Sektion Sonneberg seit 2010 als erster Vorsitzender zur Verfügung. Sein ehrenamtliches Engagement für seinen Verein reicht allerdings viel weiter zurück. Durch ihr ausgeprägtes Engagement und ihren Fokus, Trainer für die wichtige Jugendarbeit zu motivieren, konnte die Mitgliederzahl auf 760 erhöht werden. Im abwechslungsreichen Sektionsleben sind beide maßgeblich und federführend eingebunden. Selbstorganisierte Hüttenabende mit interessanten Vorträgen, Tages- und Wochenwanderungen, Bergfilmabende im heimischen Kino, aber auch Arbeitseinsätze an Kletteranlagen und dem vereinseigenen Purtschellerhaus in Berchtesgaden müssen organisiert und durchgeführt werden. Dafür erstellen Annegret und Günter Geyer jährlich einen beispielhaften präzisen und sehr umfangreichen Veranstaltungskalender, um jedes Mitglied zu erreichen. Annegret Geyer ist neben ihrer Vereinstätigkeit im Deutschen Alpenverein auch aktives Mitglied im Seniorenbeirat der Stadt Sonneberg. Durch ihre Initiative entstand hier eine gewinnbringende Kooperation. Die hier organisierten Kurzstreckenwanderungen im Sonneberger Land sind eine Bereicherung nicht nur für Vereinsmitglieder.
07.09.2019

Das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft plant ab Ende 2023 eine neue direkte Regionalexpress-Linie von Erfurt nach Nürnberg. Eine entsprechende EU-weite Ausschreibung wurde Anfang August veröffentlicht. „Viele befürchten jetzt, dass mit der neuen Verbindung der ICE-Halt in Coburg leiden könnte – und der ist wichtig für viele Bürgerinnen und Bürger in Südthüringen und Oberfranken“, so Beate Meißner. Die Landtagsabgeordnete richtet deshalb eine Anfrage an die Landesregierung.
Im Rahmen ihrer Praktikumstour „Zuhören und Anpacken“ besuchte die Landtagsabgeordnete Beate Meißner kürzlich für einen Tag das Amtsgericht Sonneberg. „Als ausgebildete Juristin mit zweitem Staatsexamen und seit 2008 Mitglied im Justizausschuss des Thüringer Landtages hatte ich dabei natürlich eine besondere Erwartungshaltung“ beschreibt die Sonnebergerin ihre Beweggründe zur Auswahl dieser mittlerweile dritten Praktikumsstation.
Nach der WEFA Sonneberg und der AGROPRODUKT Sonneberg e.G. eine öffentliche Behörde, in der 36 Personen arbeiten und zwei Gerichtsvollzieher mit zugeschlagenen Bezirken teilweise beschäftigt sind. Das Amtsgericht Sonneberg, ein Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit, ist eines von sechs Amtsgerichten (AG) im Bezirk des Landgerichts Meiningen. Der 434 Quadratkilometer große Gerichtsbezirk umfasst den Landkreis Sonneberg. Das Gericht ist im denkmalgeschützten Gebäude Untere Marktstraße 2 in der Kreisstadt untergebracht. Der Massivbau wurde 1891/92 von Hermann Schubert im Stil der Neorenaissance errichtet und Anfang 2000 im Rahmen der Restaurierung beeindruckend mit moderner Architektur kombiniert.
Empfangen wurde die Landtagsabgeordnete im Gerichtsgebäude von Direktorin Grit Stolze, die sie an diesem Tag in den anstehenden Verhandlungen und bei einem Rundgang durch das Haus und durch alle Zuständigkeiten begleiten durfte. Schnell kam man im Einführungsgespräch auf die Personalausstattung zu sprechen. Man sei auskömmlich und mit einem hohen Frauenanteil besetzt. Aufgrund des Personalbedarfsberechnungssystems für die deutschen Justizbehörden könne man flexibel innerhalb des Hauses reagieren.
Auffallend beim Amtsgericht Sonneberg sei die große Anzahl von Betreuungsfällen. Eine gesetzliche Betreuung wird vom Betreuungsgericht angeordnet, wenn der Betroffene infolge einer körperlichen, seelischen oder geistigen Erkrankung nicht in der Lage ist, seine Angelegenheiten selbst zu besorgen. 1.100 solcher Fälle gebe es im Landkreis Sonneberg allein im derzeitigen Bestand. Für einen Gerichtsstandort im ländlichen Raum untypisch sei die stetig steigende Anzahl von Drogendelikten. Ein Betäubungsmitteldelikt war auch der zugrundeliegende Straftatbestand einer der an diesem Tag angesetzten Strafverhandlungen. Der dabei im Raum stehende Handel wurde jedoch fallen gelassen. In öffentlicher Verhandlung ergingen zudem zwei Urteile im Falle einer Unterschlagung und eines langwierigen wirtschaftsrechtlichen Betrugsverfahrens.
Meißner informierte sich zudem über den Fortschritt bei der Einführung des elektronischen Rechtsverkehrs und der elektronischen Akte bei den Gerichten und Staatsanwaltschaften in Thüringen. Dazu gebe es regelmäßige Arbeitsgruppentreffen mit den Behördenleitern und Geschäftsstellenleitern im Justizministerium. Die Pilotierung in Zivilsachen soll ab November 2019 am Landgericht Meiningen für ganz Thüringer starten. „Arbeitsgruppen zur Organisation an den Dienststellen, für fachliche Systemtests und Schulung sind richtig und wichtig, allerdings dürfen diese nicht die derzeit schon vorhandenen Probleme verdecken“, verdeutlicht die Abgeordnete. Dies bestätigt die mehrfach geäußerte Kritik an der aufwändigen Erfassung und Anlegung im Gerichtsautomationsprogramm forumSTAR, welches seit 2017 in Sonneberg angewendet wird. Aktuell arbeiten 1.450 von insgesamt ca. 1.800 Bediensteten der ordentlichen Gerichtsbarkeit damit. Als Sozialpolitikerin nahm die Abgeordnete zudem auch regional bestehende Probleme bei der Umsetzung der aktuellen Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichtes im Thüringer Maßregelvollzug mit, welche auf Antrag der CDU-Landtagsfraktion derzeit im Sozialausschuss des Landtages beraten werden. Am Ende des Tages ist die Sonneberger Wahlkreisabgeordnete zufrieden: „Der Gerichtsstandort ist für unsere Region wichtig und ich konnte mich davon überzeugen, dass die Richter, Mitarbeiter der Geschäftsstellen, Wachtmeister und Gerichtsvollzieher eine gute Arbeit leisten. Es ist Aufgabe der Landespolitik auch weiterhin für die notwendigen Rahmenbedingungen zu sorgen“.
Seit einigen Wochen ist das alljährliche Problem des Wildwuchses des gefährlichen Riesenbärenklaus wieder für jedermann offensichtlich.