Meißner hakt bei Landesregierung zur geplanten Regionalexpress-Linie nach
Das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft plant ab Ende 2023 eine neue direkte Regionalexpress-Linie von Erfurt nach Nürnberg. Eine entsprechende EU-weite Ausschreibung wurde Anfang August veröffentlicht. „Viele befürchten jetzt, dass mit der neuen Verbindung der ICE-Halt in Coburg leiden könnte – und der ist wichtig für viele Bürgerinnen und Bürger in Südthüringen und Oberfranken“, so Beate Meißner. Die Landtagsabgeordnete richtet deshalb eine Anfrage an die Landesregierung.
Ein mehrmals täglich verkehrender direkter Nahverkehrszug nach Erfurt bedeutet für Sonneberg eine bessere Anbindung an die Landeshauptstadt und den dortigen ICE-Knoten – wenn auch mit einem Umstieg in Coburg. Schon jetzt sind Sonneberg und das bayerische Coburg durch eine Regionalexpress-Linie miteinander verbunden, die direkt weiter bis nach Nürnberg fährt. „Die nun geplante Linie von Erfurt aus würde fünfmal täglich auf der ICE-Trasse direkt nach Coburg durchfahren und das bedeutet weniger Direktzüge für die Sonneberger in Richtung Nürnberg“, so Meißner.
Grundsätzlich begrüße sie jedoch die neue Regionalexpress-Verbindung, „solange der für unseren gemeinsamen Wirtschaftsraum Südthüringen-Oberfranken wichtige ICE-Halt in Coburg nicht leidet.“ Bisher halten in Coburg drei ICE-Zugpaare am Tag. Dies solle nach Möglichkeit zu einer Anbindung im Zwei-Stunden-Takt ausgebaut werden.
In ihrer Anfrage möchte die Sonneberger Wahlkreisabgeordnete wissen, wie die Landesregierung zu der Befürchtung steht, dass die Ausschreibung der geplanten zusätzlichen Regionalexpress-Züge zu Lasten des Ausbaus von Coburg zu einem ICE-Systemhaltepunkt im Zwei-Stunden-Takt gehen könnte. Zudem fragt Meißner, welche Handlungsmöglichkeiten die Landesregierung sieht, damit die DB AG den Bahnhof Coburg als für Südthüringen nächstgelegenen ICE-Haltepunkt in der Relation Berlin-München zu einem Systemhalt im Zwei-Stunden-Takt ausbaut.
Auch eine Frage zur Gültigkeit und möglichen Nutzungsvarianten des Thüringen-Tickets für die neue Verbindung, also auch außerhalb von Thüringen, ist Teil der Anfrage. Diese ergab sich jüngst im Rahmes des von Meißner organisierten Seniorenkongresses. Sie hakt bei der Landesregierung zudem nach, ob die Kosten für die Bestellung dieser Zugverbindung zu Lasten anderer Zugbestellungen im Regionalverkehr gehen, die mehr Erschließungswirkung für die ländlichen Regionen Thüringens hätten. Denn ohne Möglichkeit für einen Zwischenstopp in Thüringen könne der neue Regionalexpress zwischen Nürnberg, Coburg und Erfurt nur begrenzt zur Anbindung Thüringens in der Fläche an das Schienennetz beitragen. „Ich bin gespannt, wie die Landesregierung meine Anfrage in der Plenarsitzung nächste Woche beantwortet und ob sie sich klar positionieren wird“, so Meißner. Und sie ergänzt abschließend, jeder könne die Beantwortung im Rahmen der Fragestunde des Plenums am 12. oder 13. September im Livestream des Thüringer Landtages im Internet mitverfolgen.
06.09.2019

Im Rahmen ihrer Praktikumstour „Zuhören und Anpacken“ besuchte die Landtagsabgeordnete Beate Meißner kürzlich für einen Tag das Amtsgericht Sonneberg. „Als ausgebildete Juristin mit zweitem Staatsexamen und seit 2008 Mitglied im Justizausschuss des Thüringer Landtages hatte ich dabei natürlich eine besondere Erwartungshaltung“ beschreibt die Sonnebergerin ihre Beweggründe zur Auswahl dieser mittlerweile dritten Praktikumsstation.
Nach der WEFA Sonneberg und der AGROPRODUKT Sonneberg e.G. eine öffentliche Behörde, in der 36 Personen arbeiten und zwei Gerichtsvollzieher mit zugeschlagenen Bezirken teilweise beschäftigt sind. Das Amtsgericht Sonneberg, ein Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit, ist eines von sechs Amtsgerichten (AG) im Bezirk des Landgerichts Meiningen. Der 434 Quadratkilometer große Gerichtsbezirk umfasst den Landkreis Sonneberg. Das Gericht ist im denkmalgeschützten Gebäude Untere Marktstraße 2 in der Kreisstadt untergebracht. Der Massivbau wurde 1891/92 von Hermann Schubert im Stil der Neorenaissance errichtet und Anfang 2000 im Rahmen der Restaurierung beeindruckend mit moderner Architektur kombiniert.
Empfangen wurde die Landtagsabgeordnete im Gerichtsgebäude von Direktorin Grit Stolze, die sie an diesem Tag in den anstehenden Verhandlungen und bei einem Rundgang durch das Haus und durch alle Zuständigkeiten begleiten durfte. Schnell kam man im Einführungsgespräch auf die Personalausstattung zu sprechen. Man sei auskömmlich und mit einem hohen Frauenanteil besetzt. Aufgrund des Personalbedarfsberechnungssystems für die deutschen Justizbehörden könne man flexibel innerhalb des Hauses reagieren.
Auffallend beim Amtsgericht Sonneberg sei die große Anzahl von Betreuungsfällen. Eine gesetzliche Betreuung wird vom Betreuungsgericht angeordnet, wenn der Betroffene infolge einer körperlichen, seelischen oder geistigen Erkrankung nicht in der Lage ist, seine Angelegenheiten selbst zu besorgen. 1.100 solcher Fälle gebe es im Landkreis Sonneberg allein im derzeitigen Bestand. Für einen Gerichtsstandort im ländlichen Raum untypisch sei die stetig steigende Anzahl von Drogendelikten. Ein Betäubungsmitteldelikt war auch der zugrundeliegende Straftatbestand einer der an diesem Tag angesetzten Strafverhandlungen. Der dabei im Raum stehende Handel wurde jedoch fallen gelassen. In öffentlicher Verhandlung ergingen zudem zwei Urteile im Falle einer Unterschlagung und eines langwierigen wirtschaftsrechtlichen Betrugsverfahrens.
Meißner informierte sich zudem über den Fortschritt bei der Einführung des elektronischen Rechtsverkehrs und der elektronischen Akte bei den Gerichten und Staatsanwaltschaften in Thüringen. Dazu gebe es regelmäßige Arbeitsgruppentreffen mit den Behördenleitern und Geschäftsstellenleitern im Justizministerium. Die Pilotierung in Zivilsachen soll ab November 2019 am Landgericht Meiningen für ganz Thüringer starten. „Arbeitsgruppen zur Organisation an den Dienststellen, für fachliche Systemtests und Schulung sind richtig und wichtig, allerdings dürfen diese nicht die derzeit schon vorhandenen Probleme verdecken“, verdeutlicht die Abgeordnete. Dies bestätigt die mehrfach geäußerte Kritik an der aufwändigen Erfassung und Anlegung im Gerichtsautomationsprogramm forumSTAR, welches seit 2017 in Sonneberg angewendet wird. Aktuell arbeiten 1.450 von insgesamt ca. 1.800 Bediensteten der ordentlichen Gerichtsbarkeit damit. Als Sozialpolitikerin nahm die Abgeordnete zudem auch regional bestehende Probleme bei der Umsetzung der aktuellen Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichtes im Thüringer Maßregelvollzug mit, welche auf Antrag der CDU-Landtagsfraktion derzeit im Sozialausschuss des Landtages beraten werden. Am Ende des Tages ist die Sonneberger Wahlkreisabgeordnete zufrieden: „Der Gerichtsstandort ist für unsere Region wichtig und ich konnte mich davon überzeugen, dass die Richter, Mitarbeiter der Geschäftsstellen, Wachtmeister und Gerichtsvollzieher eine gute Arbeit leisten. Es ist Aufgabe der Landespolitik auch weiterhin für die notwendigen Rahmenbedingungen zu sorgen“.
Seit einigen Wochen ist das alljährliche Problem des Wildwuchses des gefährlichen Riesenbärenklaus wieder für jedermann offensichtlich.
Schattige Sitzgelegenheiten, fröhlich spielende Kinder und entspannte Erwachsene jeden Alters kennzeichneten das 2. Kinderfest des Köppelsdorfer Klöppelclubs. Der einst unscheinbare, vergessene Spielplatz wurde durch die Vereinsmitglieder des Köppelsdorfer Klöppelclubs mit viel Eigenleistung und Herzblut zu einem Park der Generationen umgewandelt – einem bunten Farbtupfer im Stadtteil Köppelsdorf.