Kritik an geplanter Corona-Landesverordnung findet kein Gehör
Die Sonneberger Landtagsabgeordnete Beate Meißner ist verärgert: „Als Mitglied im Sozialausschuss des Thüringer Landtags bekomme ich den Entwurf der jeweils geplanten Verordnung vor Inkrafttreten zur Kenntnis. Die Entscheidung darüber trifft jedoch allein die rot-rot-grüne Landesregierung und unsere Vorschläge oder Einwände werden kaum einbezogen. So praktiziert ist eine Parlamentsbeteiligung eine reine Farce und erweckt den Eindruck einer Alibiveranstaltung.“
Da Thüringen deutschlandweit die höchsten Infektionszahlen aufweise, sei es umso wichtiger, sich besonders anzustrengen. Doch den Plan, wie man von den hohen Zahlen runterkommt, vermisst Meißner: „Nur auf Berlin zu schimpfen, ist wenig zielführend und bringt Thüringen nicht weiter. Wir können einen großen Schritt in Richtung Normalität gehen, indem die Hygieneregeln weiter befolgt, aber vor allem kostenlose Schnelltests, Hygienekonzepte und Impfungen forciert werden. Deswegen sollte die Landesregierung beispielsweise schnellstmöglich die Hausarztimpfungen erlauben“, so die Abgeordnete.
Auch in der neuesten Verordnung fehle die Perspektive für die Bürger. Für die Thüringerinnen und Thüringer bedeutet diese Verordnung keine grundlegende Veränderung, während die Nachbarländer sich öffnen und schrittweise in einen normaleren Alltag zurückkehren. Sie beinhalte nicht nachvollziehbare und widersprüchliche Regelungen. Vorschläge der CDU-Fraktion, beispielsweise Terminshopping zu ermöglichen, hätten kein Gehör gefunden. „Stattdessen setzt man auf Modellprojekte in der Landeshauptstadt und unterstützt den Shoppingtourismus in die angrenzenden Nachbarländer. Das schmerzt die Einzelhändler und Kunden in meinem Wahlkreis besonders“, kritisiert Beate Meißner.
Durchaus bewusst ist sich die Abgeordnete der Gefahren, die Lockerungen mit sich bringen. Deswegen müssen diese gut durchdacht sein, was sie an zwei Beispielen deutlich macht.
Anfang der Woche besuchte Beate Meißner die Musikschule des Landkreises Sonneberg. Wenn diese als Bildungseinrichtung in das Testkonzept des Kultusministeriums aufgenommen würde, wäre ihrer Meinung nach unter Einhaltung strenger Hygieneschutzmaßnahmen auch wieder Einzelunterricht möglich.
Eine ähnliche Betrachtung ergebe sich bei den Tagespflegeeinrichtungen für Seniorinnen und Senioren. „Es kann nicht sein, dass Thüringen das einzige Bundesland ist, welches diese wichtigen Einrichtungen geschlossen hält. Durch den Fortschritt der Impfungen in den Altersgruppen Ü70 und Ü80 ist ein wesentlicher Anteil der Betroffenen nicht mehr akut durch das Coronavirus gefährdet. Zudem wäre eine Öffnung auch eine wichtige Erleichterung für Angehörige.“
Kurzum, fasst die Sonnebergerin zusammen, die rot-rot-grüne Landesregierung habe keinen Plan, weder fürs Testen, noch wie es für die Thüringer trotz hoher Inzidenzwerte Lockerungen geben kann.
10.03.2021


Während letzteres in der Kreisstadt kaum angeboten wird, hat sich in der Gemeindeverwaltung Föritztal schon seit März 2020 eine gut durchdachte Personalplanung mit Präsenz und Homeoffice bewährt. Mit Bürgermeister Andreas Meusel sprach Meißner über das von der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag durchgesetzte Verbot von Windrädern im Wald, wodurch nun glücklicherweise auch das im Ortsteil Föritz geplante Windvorranggebiet vom Tisch ist. „Es waren gerade die Planungen auf dem Konreuth, die mich bestärkt haben und ich bin froh, dass wir uns gegenüber der Regierungskoalition durchsetzen konnten“, bekräftigt sie. Wie in den vergangenen Jahren war auch die von vielen schon lang ersehnte Erweiterung der Gemeinschaftsschule am Standort Neuhaus-Schierschnitz ein Thema. Dafür werde gerade die Ausschreibung vorbereitet und wenn alles planmäßig läuft, soll der lang ersehnte Spatenstich im August sein.
Auch in der „guten Stube“ von Frankenblick bei Bürgermeisterin Ute Müller-Gothe ging es um Schulstandorte, genauer gesagt um die Zukunft der Grundschule in Mengersgereuth-Hämmern. Beide Politikerinnen waren sich einig, dass es dort, wo es einen Bedarf gibt, auch einen Grundschulstandort geben müsse. Im Gespräch ging es auch um den äußerst problematischen Schwammbefall im Museum Schloss Rauenstein, um einen geplanten Mehrzweckraum im Ortsteil Rabenäußig sowie den aktuellen Planungsstand beim neuen Feuerwehrdepots in Effelder.
Freudig empfangen wurde die Sonneberger Landtagsabgeordnete auch von Bürgermeisterin Ute Hopf in Schalkau. War man dort vor ein paar Jahren noch in der Haushaltskonsolidierung, rückt nun sogar die Schuldenfreiheit in greifbare Nähe. Auch hier haben die Kommunalhilfen des Landes geholfen, denn Rücklagen mussten so zumindest bisher nicht angetastet werden. Für 2021 hat man sich neben der Anpassung des Flächennutzungsplanes die Komplettsanierung des Schießhauses vorgenommen. Erfreulicherweise werden zwei Drittel der Gesamtkosten in Höhe von 1,4 Millionen Euro durch die Thüringer Städtebauförderung getragen. Nicht nur der Kulturbund wird sich dann auf die Fertigstellung im nächsten Jahr freuen. Auf Nachfrage von Beate Meißner zum Stand des Radwegebaus zum Ortsteil Bachfeld zeigte sich Bürgermeisterin Hopf optimistisch. „Den Antrag auf Förderung unterstütze ich auf jeden Fall gern und hoffe, dass die dazu notwendigen Gespräche mit den rund 20 Grundstückseigentümern an der B89 erfolgreich verlaufen“, betont die Abgeordnete.
Die örtliche Wahlkreisabgeordnete im südlichen Landkreis Sonneberg, Beate Meißner, fordert von der rot-rot-grünen Minderheitsregierung einen verbindlichen Stufenplan für die Wiedereröffnung von Gastronomie, Hotellerie und Veranstaltungswirtschaft. „Die Tourismusbranche in unserer Region hat infolge der Corona-Pandemie flächendeckend enorme Umsatzausfälle erlitten“, so Meißner: „Monatelang konnten wir im Landkreis Sonneberg keine oder nur wenige Gäste in Hotels, Restaurants und touristischen Hotspots begrüßen.“
„Schulschließungen im aktuellen Ausmaß bis Ostern darf es im Landkreis Sonneberg nicht geben“, sagt die örtliche CDU-Landtagsabgeordnete Beate Meißner. Für die Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts sei ein Stufenmodell erforderlich, das sich für unsere Schulen klar am Inzidenzwert in unserem Landkreis orientiert. „Wechselunterricht hat sich im letzten Jahr für die Zeit des Übergangs vom Home-Schooling zum Präsenzunterricht bewährt“, so die Sonneberger Abgeordnete. Abschlussklassen, Grundschulklassen und Schüler mit besonderem Förderbedarf müssten innerhalb der jeweils vorhandenen Kapazitäten für den Präsenzunterricht Vorrang genießen. „Schule und Kindergarten sind nicht nur für die Bildung unserer Kinder wichtig. Es sind auch die sozialen Kontakte, die zunehmend fehlen. Wir brauchen daher dringend eine Öffnungsperspektive“ erklärt Sozialpolitikerin Beate Meißner.